Unterwegs

Annika, wir kommen!

Mor­gen abend im Berlin­er Mag­net-Club: Hel­lo Saferide, wun­der­samer Tin­geltan­gel­non­stop­pop aus den Untiefen der skan­di­navis­chen Elchebene. Wir haben die Ehre. Kurzentschlossene Emporkömm­linge aus der Yin- oder Yang-Dynas­tie kön­nen kostengün­stig einen mein­er Börde­hub­schrauber mieten. So ist eine rechtzeit­ige Ankun­ft in der Haupt­stadt der Gefüh­le sichergestellt.* Ick tu ma tierisch freu’n, wie der Berlin­er sagt. Man sieht sich!

*Ich bitte die bei­den sinnlosen Sätze zu entschuldigen. Ich habe deut­lich zu wenig geschlafen, da gin­gen die Rhetorik-Pfer­d­chen wieder mit mir durch… Helau und Gute Nacht.

Rock’n’Roll im Stadtpark

Liebe Fre­unde des geschriebe­nen Wortes,

hier bin ich für euch, live vor Ort mit meinem exk­lu­siv­en Erleb­nis­bericht zum Event des Jahrtausends, dem Rock im Stadt­park Magde­burg. Meine Gruppe und ich, wir sind bere­its um 11.00 Uhr mit dem Reise­bus angekom­men. Wir woll­ten uns die besten Plätze möglichst dicht vor der Bühne sich­ern. Das Wet­ter hält sich bis dato, liebe Fre­unde, es ist zwar ein wenig schwül, aber wir haben genug Orangen­saft dabei. Außer­dem Fer­ngläs­er (zur Sicher­heit), Klein­geld (zum tele­fonieren), Camp­ingtis­che (zum dran essen) und die richtige men­tale Ein­stel­lung (zum abfeiern).

Reisebericht: Morrissey live in Berlin

It’s time the tale were told…

… of how we took our Volk­swa­gen und uns auf den Weg macht­en. Kurz­er Abstech­er ins Bran­den­burg­er Land, wo Ver­trauen­skassen am Straßen­rand auf sol­vente Erd­beerkun­den warten. Keine Erd­beerkun­den, son­dern leck­er Erd­beerkuchen (mit frisch­er Sahne!) wurde uns dann von einem Drit­tel der Pep­pone-Besatzung kre­den­zt. Aus pur­er Dankbarkeit nah­men wir den jun­gen Erd­beerkuchen­bäck­er und eine weit­ere Pots­damer Nacht­gestalt mit nach Berlin.

Näm­lich in Rich­tung Columbi­a­halle, um dem Meis­ter die gebührende Ehre zu erweisen. Mor­ris­sey gab sich die sel­bige, mein zweites Mor­ris­sey-Konz­ert nach 2006, damals in der Berlin­er Are­na. Nach erfol­gre­ich­er Park­platz­suche (ich sag ja, ich kenn mich eben aus! ;-)) standen wir auch prompt vor der Halle.

Der Secu­ri­ty-Men­sch am Ein­laß sollte sich bei „Wet­ten, daß…“ bewer­ben, da er in der Lage ist, durch bloßes Abtas­ten mein­er Taschen meine Fahrzeug­marke zu bes­tim­men. Respekt für diese Leis­tung und Dank für eine ins­ge­samt sehr entspan­nte und fre­undliche Secu­ri­ty. Nach der Ver­sorgung mit Getränken auf zum Mer­chan­dise-Stand. 30 EUR für ein T‑Shirt, 10 EUR für eine 7‑Inch-Sin­gle, 4 EUR für einen (hof­fentlich wet­ter­festen!) Aufk­le­ber. Junge Junge, Preise wie im West­en, wie man früher immer so schön sagte. Mer­chan­dise also bis auf die Aufk­le­ber ver­weigert und weit­er zum Leute guck­en: Angenehmes Pub­likum, Durch­schnittsalter geschätzte 33 Jahre, klas­sis­ches Indie-Pub­likum. Einige Moz-Looka­likes, ein­er davon sah dem Meis­ter beina­he zum Ver­wech­seln ähn­lich. I walked a pace behind you at the sound­check. You’re just the same as I am. Respekt für die Frisur und Hochachtung für die Jahreskosten an Pomade!

Die Kleingeldprinzessin in Magdeburg

Man(n) wird nicht oft Zeuge von etwas ganz Beson­derem. Gestern jedoch war es (endlich) mal wieder soweit: Die Klein­geld­prinzessin Dota Kehr gab sich zusam­men mit Gitar­rist Jan Rohrbach in Magde­burg die Ehre. Erst­ma­lig in der Lan­deshaupt­stadt Sach­sen-Anhalts, im schö­nen Ambi­ente der Sche­une auf dem Moritzhof.

Geboten wurde ein for­mi­da­bles Akustik-Konz­ert, mit Gitar­ren, Ukulele und einem Blasin­stru­ment, dessen genauer Name mir ent­fall­en ist. Irgend­was in Rich­tung Key­board, nur eben mit zusät­zlichem Mund­stück. Es gab viele Stücke vom im April erscheinen­den neuen Album zu hören, darüber hin­aus natür­lich auch alle Hits in ins­ge­samt vier(!) Zugabeblöcken.

Dota und Jan macht­en bei­de einen äußerst sym­pa­this­chen und unprä­ten­tiösen Ein­druck und waren von der enthu­si­astis­chen Stim­mung des Magde­burg­er Pub­likums (nach Über­win­dung der oblig­a­torischen Eingewöh­nungs-Phase) sichtlich ange­tan. Enthu­si­as­mus ist bei den tollen Songs und vor allem natür­lich den Tex­ten auch ange­bracht; ich würde dur­chaus soweit gehen und Frau Kehr den Titel „Rio Reis­er der Jet­ztzeit“ ver­lei­hen, oder, wie es die Kiel­er Nachricht­en so schön formulieren:

„Musik, die ein­nimmt und gebor­gene Minuten anbi­etet, ohne sen­ti­men­tal oder abgeschmackt zu wirken. Eine Grat­wan­derung, die nicht vie­len gelingt und Hoff­nung macht, dass Dota eine neue musikalis­che Bewe­gung anführen kön­nte, die sich gegen die grassierende säuselige Befind­lichkeits-Popelek­tron­ik mit Schlafz­im­mer­bet­tkan­tenäng­sten stemmt und Humor, Poe­sie und Tiefe zurück in die leicht­en Melo­di­en über die schöne Liebe und den bösen All­t­ag bringt… Dur­chat­men und ein­saugen von Stim­mungen, die aufrichtig wirken, poet­isch und klar…Die Klein­geld­prinzessin ist wohl Berlins inter­es­san­teste New­com­erin…“ (Kiel­er Nachricht­en vom 3. 11. 2004)

Das Erlebte in dem Konz­ert gerecht wer­dende Worte zu fassen, fällt schw­er. Wer Gele­gen­heit hat, Dota solo, im Duo oder mit ihrer Band (den Stadt­pi­rat­en) live zu erleben, sollte diese ganz sich­er und unbe­d­ingt nutzen.

Ein famoser Abend.

Danke.

Die Klein­geld­prinzessin — Zimmer
(Video von Daniela Reuss)


Rank und schlank dank Superpunk!

Baby, ich bin zu alt! war aber trotz­dem gern zu Gast im Uni­ver­sum der Top-Old-Boys: Super­punk gaben sich die Ehre. Gestern Abend im Magde­burg­er Pro­jekt 7. Die fünf Her­ren aus Ham­burg (Ham­burch, Alter, Ham­burch!) überzeugten die lei­der nur knapp fün­fzig zahlen­den Gäste mit ihrer mitreißen­den Mis­chung aus North­ern Soul, Garage Rock, Pow­er Pop und ein­er Prise Punk.

Leipzig soll brennen

Schau nicht in die Häuser, denn sie lachen Dich aus
Sie sind so alt, sie haben viele Narben.
Sie haben Dich gesehn und Du warst noch ein Kind.
[…]
Mein Haus ist schwarz und es ste­ht allein.
Es hat keine Fen­ster und es kommt nie­mand rein.

Wir kamen dann aber doch rein, näm­lich ins UT Con­newitz im gle­ich­nami­gen Leipziger Stadt­teil. Ein schön­er Ort für Konz­erte, genau der richtige Grad an Abgewrack­theit, entspan­ntes und friedlich­es Pub­likum, ein mor­bides Ambi­ente eines alten Kinosaals. Der per­fek­te Ort für ein EA80-Konzert.
Ich kann mich nicht erin­nern, jemals in Leipzig gewe­sen zu sein. So war es also eine dop­pelte Pre­miere: Zum ersten Mal in Leipzig, zum ersten Mal EA80 nach der Jahrtausendwende. Mein ins­ge­samt drittes Konz­ert der Band, nach 1995 in Berlin, zusam­men mit den Box­ham­sters, und 19?? in Hildesheim, auch hier zusam­men mit den Box­ies. Anders als früher, anders als gedacht, aber nicht schlechter. Die Setlist war okay, auch wenn ich mir vielle­icht noch den ein oder anderen älteren Hit gewün­scht hätte. Das Pub­likum eben­falls sehr angenehm, vom mit­te­lal­ten Goth­ic mit Chris­t­ian Death-Patch, über den Kid­punk und die Rock­a­bil­ly-Damen bis zum Nerd alles vertreten. Vorherrschende Farbe des Abends war natür­lich schwarz. Heiß war es, und zwar richtig heiß. Ich hab nach zwei Drit­teln des Konz­erts den Saal ver­lassen … entwed­er sind die Konz­erte heißer als früher oder ich bin älter als früher. Let­zteres wohl defin­i­tiv, aber irgend­wie wurde früher auch nicht soviel geschwitzt. Oder die Luft war bess­er. Früher war ja eh alles bess­er, wahrschein­lich also auch die Luft.
Ach ja, Vor­bands: Das Troll­brot Orches­tra ver­suchte sich in lei­dlich unter­halt­samem Elec­tro-Trash, den Namen der Pausen­band hab ich bere­its wieder vergessen. Und das völ­lig zu Recht.
Glück­licher­weise hab ich die Reise-Son­dered­i­tion des Konz­ertes erste­hen kön­nen (jaja­ja!!!) und oben­drauf noch die lang gesuchte Pic­ture-12″ der „Vor­sicht Schreie“. Und das zu zivilen Preisen, ohne dem eBay-Irsinn erliegen zu müssen.

Wirk­lich schöne Fotos des Abends gibt’s bei Steffi.

Ein Abend mit den Turbosta(a)tikern

Zusam­men mit der Hoff­nung fiel Kälte in die Stadt, gott­sei­dank jedoch kon­nten wir im rauch­freien Innen­raum warten, wo das Konz­ert schließlich mit der üblichen ein­stündi­gen Ver­spä­tung begann. Das und die Aus­sicht auf ein Ende der kom­menden Nacht bere­its um 4.45 Uhr kon­nten mir jedoch nicht wirk­lich die Stim­mung ver­hageln. So hieß es dann: aufge­baut und hingeschaut, wolln doch mal sehen, ob Tur­bostaat live so gut sind wie ihr Ruf. Für mich als beken­nen­den Späte­in­steiger, der Flamin­go und Schwan erfol­gre­ich ignori­erte und erst mit Vor­mann Leiss zum Fün­fer aus Flens­burg fand, stellt sich die Sit­u­a­tion eher vorurteils­frei dar. Andere jedoch, zum Beispiel mein mit­gereis­ter Fre­und Jens, …

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